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Kapellen von Lourtier

Historische Anlage und Denkmal, Religiöses Erbgut, Kapelle Um Lourtier

  • Notre-Dame du Bon-Conseil gewidmet.

  • Anfang des 20. Jahrhunderts verfügte Lourtier über zwei kleine Kapellen: eine 1659 erbaute, dem hl. Georg gewidmete in Morgnes, in der die Stiftmessen abgehalten wurden, und eine 1832 erbaute in Lourtier-d’en-haut, dem hl. Johannes vor der Lateinischen Pforte gewidmet (gefeiert am 6. Mai), wo der Rosenkranz gebetet wurde. Da die Menschen von Lourtier für die Sonntagsmesse aber jeweils zu Fuss den langen Weg nach Le Châble gehen mussten, wünschten sie sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts eine...
    Anfang des 20. Jahrhunderts verfügte Lourtier über zwei kleine Kapellen: eine 1659 erbaute, dem hl. Georg gewidmete in Morgnes, in der die Stiftmessen abgehalten wurden, und eine 1832 erbaute in Lourtier-d’en-haut, dem hl. Johannes vor der Lateinischen Pforte gewidmet (gefeiert am 6. Mai), wo der Rosenkranz gebetet wurde. Da die Menschen von Lourtier für die Sonntagsmesse aber jeweils zu Fuss den langen Weg nach Le Châble gehen mussten, wünschten sie sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts eine grössere Kapelle, die den Gläubigen auch genug Platz für eine sonntägliche Messe bietet.

    1930 nimmt der Stiftsherr und Kaplan Jean-Marie Boitzy dieses Anliegen auf und ruft ein Komitee ins Leben, das das gestiftete Land übernimmt. Man entscheidet sich für die Pläne des italienischen Architekten Alberto Sartoris. Die Bauleitung wird Emile Troillet von Lourtier und Louis Maret von Bruson anvertraut. Viele Freiwillige helfen ehrenamtlich mit. Im April 1932 findet die Grundsteinsegnung statt. Im dritten Sonntag im September wird die vollständig aus Stein erbaute neue Kapelle schliesslich eingeweiht und Notre Dame du Bon Conseil gewidmet. Lourtier kann sich rühmen, den ersten kühnen und völlig neuartigen Sakralbau der Romandie erstellt zu haben.

    Die Bevölkerung von Lourtier freut sich, dass man jetzt seine eigene Sonntagsmesse abhalten kann, aber es wird auch Kritik laut hinsichtlich des als «Garage» oder «Makaronikiste» bezeichneten Gebäudes, über das auch in der internationalen Presse berichtet wird.

    Das einteilige Dach hat Probleme mit der Last des Schnees, und bereits 1954 macht sich ein neues Komitee Gedanken über einen Umbau und eine Vergrösserung. Alberto Sartoris erklärt, er sei «glücklich, bei der Fertigstellung dieses Bauwerks zu helfen». Zwischen 1956 und 1957 wird das Kirchenschiff um 100 Plätze erweitert und das Gebäude mit dem Chor in grauem Granit, einer zweiten Dachseite und aussen mit seitlichen Steinsäulen ergänzt. Orgel des Ateliers Allen.

    Die Heiligen in Erinnerung an die alten Kapellen sind der hl. Georg (jedes Jahr am 23. April vom ganzen Dorf gefeiert) und der hl. Johannes vor der Lateinischen Pforte (6. Mai, nicht gefeiert). Sie sind auf den Kirchenfenstern im Chor abgebildet, die vom Maler Gaëng entworfen und vom Atelier Chiara hergestellt wurden. Der hl. Georg auf der linken Seite, der hl. Johannes auf der rechten. Die anderen Fenster zeigen die Litanei Marias, die rechteckigen Muster wurden 1956 fertiggestellt.

    Nicht zu vergessen ist die bemerkenswerte Holzstatue der Notre-Dame du Bon Conseil in der Apsis. Die ursprünglich aus Spanien stammende, authentische kleine Schwester der «schwarzen Madonnen» ist ein Kleinod in reinster romanischer Tradition.

    Nicht unerwähnt bleiben soll zudem, dass die neben dem Bergbach gelegene Kapelle wie durch ein Wunder von der im Februar 1999 niedergegangen Lawine verschont blieb. Lediglich das Eingangsportal und ein Fenster wurden gestreift!
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