4 Tage zum Entschleunigen, vom Zug bis zur Hütte

Slow Tourism im Val de Bagnes

Das Val de Bagnes kennst du vielleicht schon durch Verbier: Freeride, Abfahrten mit dem Mountainbike, Tage im Vollgas-Modus. Doch das Tal ist viel mehr als sein bekanntester Skiort. Von den Dörfern aus Stein und Holz bis zu den Alpweiden und Berghütten bietet es auch einen anderen Rhythmus, langsamer und achtsamer. Ende August hat Verbier Tourisme fünf Künstlerinnen eingeladen, genau das zu erleben. So haben sie Slow Tourism im Val de Bagnes erlebt, Tag für Tag, damit du es in deinem eigenen Tempo nachmachen kannst. Oder noch langsamer.

Sonnenuntergang an der Brunet-Hütte
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Sonnenuntergang an der Brunet-Hütte

Fünf Künstlerinnen im Rhythmus der Murmeltiere

Louanne (@louannemanshow) und Alexia (@alexiawinterhalter) malen. Khani (@madebykhani) arbeitet mit Aquarell. Elsa (@heja_elsa) ist Fotografin. Léona (@lucette.lr) näht, strickt und macht aus so ziemlich allem ein DIY-Projekt. Vom 31. August bis 3. September 2026 verbrachten sie vier Tage im Val de Bagnes, mit einer ganz einfachen Mission: nichts Bestimmtes produzieren. Kein Pflichtpost, kein Content zum Abliefern. Nur ein Rahmen, um kreativ zu sein, innezuhalten und einander zu begegnen. Emma, unsere Social Media Managerin, hat den Aufenthalt konzipiert, organisiert und die Gruppe von Anfang bis Ende begleitet. Im Gepäck: ein Geschenk von Caran d’Ache, eine Kreativbox mit Aquarellfarben, Aquarellstiften und weiteren Utensilien. Das Programm versprach, « im Rhythmus der Murmeltiere zu leben ». Ob das Versprechen gehalten wurde, darfst du selbst beurteilen.

Tag 1: Mit dem Zug ins Val de Bagnes

Die Anreise.
Slow Tourism beginnt schon am Abfahrtsbahnhof. Eines der Ziele des Projekts war genau zu zeigen, dass das Val de Bagnes mit dem Zug erreichbar ist, auch aus dem Ausland. Louanne reiste aus Paris an, Khani aus Brüssel, Léona aus La Rochelle und Elsa aus Sitten. Nur Alexia kam aus Aosta mit dem Auto. Alle trafen sich in Le Châble, im Herzen des Tals.

Am Abend.
Mit der Gondelbahn hinauf nach Verbier, Abendessen im Restaurant und Übernachtung im Hotel, um sich nach der langen Anreise zu erholen. Ein Abend zum Kennenlernen und für die ersten gemeinsamen Erinnerungen.

Tag 2: e-bike und Aufstieg zur Cabane Brunet

Am Morgen. Jetzt geht es richtig los. Eine e-bike-Tour oberhalb von Verbier mit Justin, Guide der École Suisse de Ski, der auch die Räder stellte. Die Idee: das Tal aus einem anderen Blickwinkel sehen und das Gelände der nächsten Tage erkunden. Der Grand Combin, der Petit Combin und ganz dort hinten die Cabane Brunet. Bergauf übernimmt der Motor die Hauptarbeit, so bleibt genug Zeit, den Blick schweifen zu lassen.

Mittags. Pause im Restaurant La Marmotte, mit Käse auf der Karte für alle, die Lust darauf hatten. Für eine Residenz im Zeichen der Murmeltiere kaum eine passendere Adresse.

Am Nachmittag. Wechsel auf die andere Talseite. Die Cabane Brunet liegt auf 2103 Metern, oberhalb von Lourtier. Sie empfängt ihre Gäste zweimal im Jahr, etwa von Mitte Juni bis Mitte Oktober und von Mitte Dezember bis Mitte April. Im Sommer verbindet während der Öffnungszeit ein Shuttle die Hütte mit dem Tal: So kommst du ganz ohne Auto mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinauf.
Oben angekommen: freie Zeit. Louanne und Alexia holten ihre Pinsel hervor, Khani ihre Aquarellfarben, Elsa zog auf Motivsuche los, und Léona zückte ein Strickprojekt. Sonne, Stille und jede in ihrem eigenen Tempo.

Am Abend. Direkt neben der Hütte spiegelt ein kleiner See die Berge. Die Sonne sinkt, und die Gipfel färben sich rot im Wasser. Genau diesen Sonnenuntergang hat Louanne später gemalt, nach einem Foto von diesem Abend. Abendessen in der Hütte, dann die erste Nacht im Schlafsaal.

Tag 3: Auftanken mitten in der Natur des Val de Bagnes

Im Morgengrauen. Der Wecker klingelt früh, und ausnahmsweise murrt niemand. Der Sonnenaufgang an der Hütte war die kurze Nacht mehr als wert.

Am Morgen. Treffen mit Francine. Sie führt die Alpbuvette von Pindin und ist zudem Wanderleiterin. Mit ihr wird die Wanderung oberhalb der Hütte zur geführten Tour: die Pflanzen am Wegrand, das Leben auf der Alp, die Berge endlich aus der Nähe. Man geht langsamer, hält öfter an und kehrt mit einem ganz neuen Wortschatz zurück.

Mittags. Am Ziel wartet der Brunch von Pindin. Verschiedene Käse aus dem Tal, Sérac und Produkte von der Alp, das Tal weit offen zu deinen Füßen. Zu Fuß zurück zur Hütte, die Beine etwas schwer, das Lächeln breit.

Gut zu wissen

Der Brunch von Pindin ist auch eine Etappe unserer Idee für einen 100 % Terroir-Aufenthalt im Val de Bagnes. Mehr über Agrotourismus im Val de Bagnes erfährst du auf unserer Themenseite.

Am Nachmittag. Wieder freie Zeit. Nach zweieinhalb gemeinsamen Tagen hat sich die Stimmung verändert: « Alle waren richtig aufgetaut, das war ein toller Moment », erzählt Emma. Man tauscht Tipps aus, probiert die Stifte der Nachbarin, gibt sich gegenseitig Ratschläge.

Am Abend. Der Sonnenuntergang ist etwas weniger spektakulär als am Vortag, aber das Fondue in der Hütte macht alles wieder wett. Zweite Nacht auf 2103 Metern.

Tag 4: ein letzter Morgen nur für sich

Am Morgen. Rund zwei Stunden, um ein Aquarell fertigzustellen, ein Foto zu bearbeiten, eine Reihe weiterzustricken. Kein Programmpunkt, und das ist gewollt: Slow Tourism heißt auch, aufzuhören, bevor man genug hat. Dann steigt die Gruppe ins Tal ab, und jede macht sich auf den Heimweg.

Und danach? Ein paar Tage später tauchten die Werke auf ihren Kanälen auf: YouTube-Videos, Instagram-Karussells und Reels. Alexia hat mehrere Werke mit Blick von der Hütte gemalt. Louanne hat den berühmten Sonnenuntergang verewigt. Jede mit ihrer ganz eigenen Handschrift. Eine zweite Ausgabe? « Ich weiß nicht, ob wir es wiederholen, aber ich hoffe es », verrät Emma.

Praktische Infos für deinen Slow-Aufenthalt in der Cabane Brunet

Wann ist die beste Zeit?

Die Cabane Brunet ist im Sommer etwa von Mitte Juni bis Mitte Oktober und im Winter von Mitte Dezember bis Mitte April geöffnet. Die genauen Daten ändern sich von Jahr zu Jahr: Schau vor der Planung auf der Website der Cabane Brunet nach.

Wo übernachten?

Übernachtung im Schlafsaal mit Abendessen und Frühstück. Reservierung über die Website der Hütte oder unter +41 27 778 18 10.

Wie komme ich hin?

Im Sommer fährt während der Öffnungszeit ein Shuttle zur Hütte. Es kostet CHF 5.- pro Fahrt für Erwachsene und CHF 3.- für Kinder von 6 bis 16 Jahren (Tarife 2026) und ist mit dem VIP Pass kostenlos. Reservierung erforderlich: Fahrpläne und Buchungen auf der Seite der Shuttles zur Cabane de Brunet. Du kannst auch zu Fuß hinaufsteigen, in etwa drei Stunden ab Lourtier. Im Winter erreichst du die Hütte mit Schneeschuhen oder Tourenski, in etwa zweieinhalb Stunden ab La Barmasse.

Was kommt in den Rucksack?

Rad- und Wanderkleidung, gute Schuhe, eine Trinkflasche, einen Hut oder eine Kappe, Sonnencreme und Sonnenbrille, eine leichte Daunenjacke, Mütze und dünne Handschuhe für kühle Abende, eine Regenjacke. Und vor allem einen Hüttenschlafsack, in Berghütten aus Hygienegründen Pflicht. Ohrstöpsel, wegen der Schnarcher. Und für die Reise ist ein Wanderrucksack mit 40 bis 50 Litern auf Bergwegen viel praktischer als ein Rollkoffer.

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