100 % Terroir-Aufenthalt im Val de Bagnes

Wenn man an Verbier denkt, denkt man oft zuerst ans Skifahren. Doch die Region ist ebenso bekannt für ihren grössten Schatz: den AOP Raclette-Käse aus dem Wallis. Und eigentlich ist dieser Käse nur die Spitze des Eisbergs. Dich erwarten Agrotourismus-Erlebnisse, besondere Orte, lokale Produzenten und echte Genussmomente für einen Aufenthalt ganz im Zeichen des Terroirs in Verbier und im Val de Bagnes.

Buvette De Pindin @raphaelsurmont
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Buvette De Pindin @raphaelsurmont

Tag 1: Zwischen Alp und Bienenzucht

1. Brunch
in Pindin

Für den perfekten Start geht es gleich zur beliebtesten Aktivität der Region: dem Alpbrunch auf der Alp Sery. Von Verbier oder Le Châble bringt dich ein Taxi zur Alp Sery-Laly auf 2’200 Metern Höhe. Dort begleitet dich Francine, die diese Bergwelt wie ihre Westentasche kennt. Dort können Sie in Begleitung von Francine, die die Gegend wie ihre Westentasche kennt, eine Wanderung (Dauer: ein bis zwei Stunden) genießen und die herrliche Aussicht am Fuße des Petit Combin bewundern.

Eine winzige Alphütte, Hérens-Kühe auf den Weiden und darüber die imposante Kulisse des Petit Combin und seines Gletschers: Willkommen in Pindin. Auf der Sonnenterrasse mit Blick auf die Gipfel wird ein Brunch serviert, der nach Heimat schmeckt: Alpkäse, frische Milch von der Alp, Brot, hausgemachte Konfitüren und Apfelsaft aus der Region. Nach diesem genussvollen Moment geht es auf demselben Weg zurück zu den Ställen von Sery, bevor dich das Taxi gegen 15 Uhr zurück nach Verbier bringt.

Der Alpbrunch auf der Alp Sery finden während der Sommersaison statt und können online reserviert werden. Inhaberinnen und Inhaber des VIP Pass profitieren von einem vergünstigten Tarif.

Entdecke die Îtres 
Auf dem Weg zum Brunch wirst du sie nicht übersehen können: die Îtres, typische Alpgebäude des Val de Bagnes. Diese aus Stein erbauten Gebäude dienten den Hirten als Unterkunft und als Ort für die Käseherstellung. Einige sind verschwunden, andere haben die Zeit besser überdauert oder wurden umgenutzt, wie die Alpwirtschaft von Pindin. Mehr über die Îtres und ihre Standorte erfährst du auf der Website: https://itre.ch/.

2. Besuch des Kompetenzzentrums für Imkerei

Weiter geht’s mit dem Bus nach Sembrancher, und nach einem 10-minütigen Spaziergang ist es Zeit, eine weitere Tradition zu entdecken, die für die Biodiversität unverzichtbar ist: die Imkerei. Am Ufer der Dranse öffnet das Kompetenzzentrum für Imkerei, dieses in der Schweiz einzigartige Projekt, seine Türen für einen Besuch des Bienenstands, der Ausstellung und des Bienenweidegartens. Auf Reservation wird eine Führung mit Workshop organisiert, bei der du die Bienen und ihre Königin kennenlernen kannst.

3. Käserei von Etiez

Nur wenige Gehminuten entfernt lohnt sich ein Besuch der 2025 eröffneten Käserei von Etiez. Von der Besuchergalerie aus kannst du die Herstellung des Raclette AOP Bagnes 98 beobachten (die Nummer dieser Käserei ist auf dem Laib jedes Käses eingeprägt). Neben der Produktion beherbergt die Käserei einen Laden mit Produkten aus dem Grand Entremont sowie ein Café-Restaurant, in dem du das berühmte Etiez-Fondue geniessen kannst.

Rückfahrt nach Le Châble

Für die Rückreise erreichst du den Bahnhof von Etiez direkt hinter der Käserei. Von dort bringt dich der Zug bequem zurück nach Le Châble – selbstverständlich ebenfalls kostenlos mit dem VIP Pass.

Tag 2: Zwischen Tradition und Käse

1. Aufbruch nach Bruson

Ab dem Bahnhof Le Châble bringt dich ein Bus direkt oberhalb des Dorfes Bruson ans Ziel (kostenlos mit dem VIP Pass). Steige an der Endhaltestelle Bruson Valbord aus, von wo aus der Suonenweg beginnt.

2. Bisses des Ravines

Bevor eine Suone zu einem beliebten Spazierweg entlang des Wassers wurde, war sie vor allem eines: ein Bewässerungskanal – und eine echte Walliser Besonderheit. Die Suone des Ravines wurde 1908 angelegt, um die Felder von Bruson zu bewässern. Ihr Wasser wird dem Wildbach von Versegères entnommen. Die rund einstündige Wanderung führt durch den Wald und entlang des Wassers – ideal für alle, die an warmen Tagen etwas Frische suchen.

3. Eine genussvolle Pause

Für einen Kaffee, einen kleinen Imbiss oder eine wohlverdiente Raclette-Pause – wobei sich die Frage stellt, ob es überhaupt eine falsche Zeit für Raclette gibt – empfehlen wir einen Halt im Raclett’House, dem Kultlokal von Raclette-Botschafter Eddy Baillifard.

4. Dorfrundgang durch Bruson

Unterhalb der Suone hat sich Bruson den Charme eines traditionellen Bergdorfs bewahrt. Beim Spaziergang durch die Gassen entdeckst du zahlreiche Ställe, Scheunen und Speichergebäude, die von einer Zeit erzählen, als das Leben noch ganz vom Rhythmus der Landwirtschaft geprägt war.

Bruson und Palp

Mitten im Dorf Bruson ist PALP ein Festival, das Kultur und Kulturerbe miteinander verbindet. Bekannt ist es vor allem für die legendären Rocklette- und Electroclette-Veranstaltungen im Val de Bagnes. Doch PALP ist auch das PALP Village – und damit direkt mit dem Dorf Bruson verbunden. Mit einem Dorfladen, einem Restaurant, Ausstellungen, der berühmten Comic-Hütte, Künstlerresidenzen und dem Rouli-Bouli hat sich PALP tief im Dorfleben verankert und Bruson zu neuem Leben verholfen.

5. Combins-Zügli

Lass dich vom Combins-Zügli nach Sarreyer bringen, einem Dorf, in dem landwirtschaftliche Traditionen bis heute lebendig sind. Entlang der Route du Soleil geniesst du herrliche Ausblicke auf das Val de Bagnes. Vor Ort erwarten dich die historische Säge und die Mühlen von Sarreyer sowie eine Fotoausstellung unter freiem Himmel zwischen den alten Holzhäusern des Dorfes.

Das Combins-Zügli ist ein kostenloses Angebot von Verbier Tourisme und dem Musée de Bagnes. Der Start dieser Tour ist in Verbier. Weitere Themenfahrten werden ebenfalls angeboten. Eine Online-Reservation ist obligatorisch.

Sarreyer und seine Slow-Food-Gemeinschaft

Die Slow-Food-Gemeinschaft Sarreyer wurde 2020 gegründet, um das Café du Mont Fort wiederzubeleben. Sie vereint lokale Produzentinnen und Produzenten. Chocolatiers, Destillateure, Produzentinnen von Heil- und Aromapflanzen sowie Landwirtschaftsbetriebe mit Kühen und Schafen arbeiten hier Hand in Hand. Ihr gemeinsames Ziel: das Wissen, die Traditionen und die Ressourcen von Sarreyer und seiner Umgebung zu vernetzen und weiterzugeben.

6. Käse-Workshop

Zum Abschluss des Tages wird es Zeit, für den Käse-Workshop selbst Hand anzulegen. Im Herzen der Käserei von Verbier tauchst du in die Geheimnisse der Käseherstellung im Val de Bagnes ein. Zauberei braucht es dafür nicht – nur einen Kupferkessel, ein gutes Feuer und einige wohlgehütete Zutaten. Bevor du alle Spezialitäten der Käserei von Verbier probierst, kannst du in die Schatzkammer hinabsteigen, in der Hunderte von Raclette-Laiben ruhen.

Der Käse-Workshop finden während der Sommersaison statt und können online reserviert werden. Inhaberinnen und Inhaber des VIP Pass profitieren von einem vergünstigten Tarif.

7. Ferme du Soleil

Die Ferme du Soleil, ganz in der Nähe von Verbier, ist ein ehemaliger Ziegenhof, der liebevoll renoviert wurde. Um das Gebäude aufzuwerten und seine Geschichte weiterleben zu lassen, bietet das Restaurant eine vollständig hausgemachte Küche mit Produkten vom Hof in einer herzlichen und familiären Atmosphäre. An schönen Tagen ist die Terrasse mit ihrem beeindruckenden Blick über das Tal der ideale Ort, um lange Abende in der Abendsonne zu geniessen.

Tag 3: Alpen und Bergbeizen

1. Aufbruch ins Dorf Levron

2. Wanderung durch die Waldweiden

Vom Dorfzentrum von Levron aus startest du zu einer rund 2½-stündigen Rundwanderung durch die einzigartigen Waldweiden des Tronc und des Lein. Zwischen Lärchenwäldern und Alpweiden folgt der Weg den Viehherden und bietet wunderschöne Ausblicke zwischen dem Val de Bagnes und dem Rhonetal.

3. Die Alphütten

Unterwegs laden zwei Alphütten zu einer genussvollen Pause ein: die Buvette du Tronc und die Buvette du Lein. Hier kannst du regionale Spezialitäten probieren, etwas trinken und lokale Produkte direkt von der Alp mit nach Hause nehmen.

Topofinder: eine Reise in die Vergangenheit

Während der Wanderung lohnt sich ein Blick auf die Plattform Topofinder. Sie erzählt die Geschichten hinter den Flur- und Ortsnamen der Region: Begegnungen mit dem Teufel, geheimnisvolle Steine, alte Ruinen und Ortsnamen, die an längst vergangene Tragödien erinnern.